Tipps

Für Palladium ist kein spezielles Werkzeug erforderlich, allerdings sollte dieses ausschließlich für die Pd-
Verarbeitung reserviert bleiben, damit keine evtl. anhaftenden Fremdmetall-Verunreinigungen auf die
Pd-Legierung gelangen können. Solche Verunreinigungen können vor allem beim Glühen oder Löten in
das Pd eindiffundieren und das Metall irreparabel schädigen! Arbeitsplatz und -geräte deshalb immer
peinlich sauber halten! Weitere Pd-Killer sind Kohlenstoff (C; z.B. in Kohle-Glühunterlagen, Ruß, Holz,
Acetylengas, Spiritus o. Tiegeln) und Schwefel (S; z.B. in Gips-Einbettmassen), diese führen zur
Versprödung, ein Kontakt mit ihnen ist somit zu vermeiden! Pd-Abfälle zum Scheiden wegen der höheren Kosten der Rückgewinnung möglichst getrennt sammeln.

Glühen:
In der Flamme bei heller Rotglut oder im Ofen bei ca. 800°C. Glühunterlage aus
hochtemperaturbeständiger Keramik. Nach dem Glühen kann sofort in sauberem
Wasser (Kein Spiritus!) abgeschreckt werden. Evtl. auftretende dunkle Oxide lassen
sich durch Abkochen in 20%iger Ameisensäure entfernen. Abdeckmittel (z.B. Borsäure)
können verwendet werden.

Ziehen/Walzen:
Pd-Legierungen lassen sich gut verformen, allerdings sollten Zieheisen/Walzen stets
frei von Fremdmetallen und sonstigen Verunreinigungen sein. Pd zeichnet sich durch
eine rasche Zunahme der Härte bei Kaltverformung aus (Die Maximalhärte wird meist
schon annährend bei 50%-Verformung erreicht). Deshalb empfiehlt sich der Einsatz
eines guten Ziehöls/-wachses. Auch sollten die Verformungsschritte 10% nicht überschreiten.
Trotzdem zur Vermeidung von Grobkornbildung und damit verbundenem
Härteverlust möglichst erst nach ca. 50% Verformung (bei Draht evtl. schon früher)
Zwischenglühen.
Bleche sollten nur in Gießrichtung/Walzrichtung gewalzen werden. Kreuz und Quer-
Walzen ist auch mit Zwischenglühungen zu vermeiden. Beim Walzen evtl. auftretende
kleine Einrisse am Rand quer zur Walzrichtung (Sägezahnrand) sind bei Pd-Legierungen
nicht ungewöhnlich; bitte berücksichtigen sie ein evtl. nötiges “Besäumen” des
Randes.

Löten:
Wir bieten von 730°C-1110°C Arbeitstemperatur abgestufte Lote an. Leider sind
keine Kontrollote mit einem der Grund-Legierung entsprechenden Pd-Feingehalt
möglich. Natürlich können Sie auch ein Weißgoldlot nehmen oder gleich Weißgold
(z.B. 750 classic) einschmelzen. Unter Schutzgas (z.B. Argon) ist Pd auch schweißbar!
Wählen Sie einen engen Lotspalt (ca. 0,1mm) und verwenden Sie stets ein Flußmittel
(z.B. Cehaflux). Kombinationen mit Au und Ag sind durch Löten oder Einschmelzen
möglich. Verwenden Sie in diesem Fall die entsprechenden Au/Ag-Lote und Flußmittel.

Gießen:
Pd-Legierungen lassen sich gießen. Bedingt durch die hohen Schmelzintervalle muß
nach Platin-Gießverfahren gegossen und Platin-Einbettmasse verwendet werden.

Oberflächen:
Pd-Legierungen lassen sich sehr gut spanabhebend bearbeiten, schleifen, bürsten, polieren
oder sandstrahlen. Galvanische Beschichtungen mit Fein-Pd oder anderen Edelmetallen
sind möglich. Die besten Kontraste erreicht man durch sandstrahlen.

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Bruno Welz GmbH

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